Wenn vor der Klassenarbeit der Bauch wehtut
„Ich hab alles gewusst. Und dann war es weg.“
Sie haben zwei Wochen geübt. Sie wissen, dass Ihr Kind es kann. Sie haben es am Küchentisch gehört, fehlerfrei.
Und dann kommt das Blatt zurück, und da steht eine Vier. Oder eine Fünf.
Was danach kommt, ist oft schlimmer als die Note. Ihr Kind sitzt in seinem Zimmer und ist überzeugt, zu dumm dafür zu sein. Und Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, und kommen trotzdem nicht dagegen an.
Was dahinterstecken kann
Prüfungsangst hat wenig mit Wissen zu tun und viel mit dem, was der Körper in dem Moment macht.
Der Körper schaltet auf Alarm. Das ist eine sehr alte Schutzreaktion, keine Einbildung und keine Schwäche. Sie sitzt nur an der falschen Stelle. In einem Klassenzimmer nützt Fluchtbereitschaft niemandem.
Und oft fängt es gar nicht bei einer Prüfung an. Ein Auslachen vor der Klasse, eine Bemerkung, ein Moment, in dem sich Ihr Kind bloßgestellt gefühlt hat. Das Gefühl von damals meldet sich später dort wieder, wo es eng wird, und das kann Jahre danach sein.
Manchmal steckt auch etwas anderes dahinter. Ein Kind, das den Stoff wirklich nicht versteht, hat kein Angstproblem, sondern eine Lücke. Das ist ein Fall für Nachhilfe oder für eine Lerntherapie, nicht für mich. Das auseinanderzuhalten gehört ins erste Gespräch.
Wie ich damit arbeite
Wir fangen bei dem Gefühl an, nicht beim Fach. Ihr Kind beschreibt mir, wie sich der Moment anfühlt, in dem es kippt, und wir schauen nach, wann dieses Gefühl das erste Mal da war. Manchmal liegt der Anfang weit zurück und hat mit Prüfungen nichts zu tun.
Wo die Angst sitzt, wie sie aussieht, was sie tut: Sobald sie eine Gestalt hat, lässt sich etwas mit ihr anfangen. Diesen Teil macht Ihr Kind selbst, ich stelle die Fragen.
Am Ende nimmt Ihr Kind etwas mit, das im Klassenzimmer funktioniert: einen Satz, ein Bild, eine kleine Geste für den Moment, in dem die Arbeit ausgeteilt wird.
Was ich nicht mache: bessere Noten versprechen. Ich arbeite daran, dass Ihr Kind zeigen kann, was es weiß.
Mehr darüber, wie ich mit Kindern arbeite
Wann Sie nicht warten sollten
Wenn Ihr Kind sagt, es wolle nicht mehr leben, ist das immer ernst. Auch beiläufig gesagt. Auch, wenn es danach lacht.
Dasselbe gilt bei Selbstverletzungen und wenn Ihr Kind über Tage nicht mehr isst, nicht mehr schläft oder sich völlig zurückzieht.
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Klinikum Lüdenscheid
Paulmannshöher Straße 14
Institutsambulanz montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 15 Uhr. Die Klinik schreibt, die Notfallversorgung bei akuten Krisen sei rund um die Uhr sichergestellt.
Bei unmittelbarer Gefahr: 112
Nummer gegen Kummer: 116 111 für Ihr Kind, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. 0800 111 0550 für Sie.
Erster Schritt
Ob ich der Richtige für Ihr Kind bin, lässt sich am Telefon schneller klären als über jede Website.
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